Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen steigen auf 1.345 pro Woche

Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen bleiben auf hohem Niveau. Im Februar 2026 registrierte Check Point im Schnitt 1.345 Attacken pro Firma und Woche – ein Plus von 11% gegenüber dem Vorjahr

Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen steigen weiter

Im Februar 2026 registrierte Check Point in Deutschland durchschnittlich 1.345 Cyberangriffe pro Organisation und Woche. Weltweit lag der Wert bei 2.086, in Europa bei 1.764 Angriffen pro Woche. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg das Angriffsvolumen in Deutschland um 11 Prozent, in Europa ebenfalls um 11 Prozent. In Deutschland gehörten Energie und Versorger, Bildung, Bau und Ingenieurwesen, Telekommunikation sowie Medien und Unterhaltung zu den am stärksten betroffenen Bereichen. Damit lag Deutschland zwar unter dem globalen Durchschnitt, folgte aber demselben Aufwärtstrend wie der europäische Gesamtmarkt.

Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen treffen mehrere Branchen gleichzeitig

Besonders auffällig ist, welche Branchen in Deutschland laut Check Point vorne liegen. Im Februar standen Energie- und Versorgungsunternehmen, Bildung, Bauwesen und Ingenieurwesen, Telekommunikation sowie Medien und Unterhaltung an der Spitze. International bleibt der Bildungssektor sogar der am stärksten attackierte Bereich. Das passt zu einem Muster, das sich schon länger beobachten lässt: Angreifer suchen sich Umgebungen, in denen Verfügbarkeit kritisch ist, viele Nutzerkonten existieren oder die Sicherheitsorganisation nicht mit der Digitalisierung Schritt hält.

Das ist für deutsche Unternehmen relevant, weil sich hinter den 1.345 Angriffen pro Woche keine abstrakte Statistik verbirgt. Solche Volumina erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Phishing-Kampagnen, Zugangsdatenmissbrauch, Schadsoftware, DDoS-Angriffe oder Vorstufen von Ransomware irgendwann durchrutschen. Je höher die Taktzahl, desto eher treffen auch mittelständische Organisationen, die sich selbst nicht als prominentes Ziel verstehen, auf Angreifer mit industriellem Vorgehen.

Warum der Abstand zum Weltwert trügt

Auf den ersten Blick könnte man argumentieren, dass Deutschland mit 1345 Angriffen pro Woche deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt von 2086 liegt und somit vergleichsweise besser dasteht. Diese Lesart greift jedoch zu kurz. Erstens meldet Check Point für Europa im Februar 1764 Angriffe pro Organisation und Woche, was ebenfalls einem Plus von 11% entspricht. Zweitens sagt der Abstand zum globalen Mittelwert wenig über die reale Gefährdung eines einzelnen Betriebs aus. Telemetriedaten hängen nämlich auch von Branchenschwerpunkten, Sichtbarkeit, Sensorik und der regionalen Zusammensetzung der gemessenen Organisationen ab. Für die operative Praxis zählt vor allem, dass das Niveau hoch bleibt und die Kurve nicht deutlich nach unten zeigt.

Diese Einordnung stützen auch offizielle und behördliche Quellen in Deutschland. Der BSI-Lagebericht 2025 beschreibt die IT-Sicherheitslage weiterhin als angespannt. Die Richtung ist also klar: es gibt mehr Angriffsfläche, mehr Schwachstellen und mehr professionell organisierte Angriffe.. Ergänzend zeigt die Bitkom-Studie Wirtschaftsschutz 2025, wie hart diese Entwicklung wirtschaftlich einschlägt. 87% der Unternehmen berichten dort von Angriffen oder vermuten solche, der Gesamtschaden liegt bei 289,2 Milliarden Euro, davon 70% durch Cyberattacken.

Neue Risiken durch KI und alte Probleme bei Ransomware

Interessant an der Februar-Auswertung ist außerdem, dass der generelle Angriffsdruck hoch bleibt, obwohl die weltweit veröffentlichten Ransomware-Fälle im Jahresvergleich zurückgingen. Check Point verweist hier auf einen Basiseffekt durch eine besonders große Clop-Kampagne im Vorjahr. Ohne diesen Sondereffekt bleibt Ransomware strukturell ein dominantes Risiko. Unternehmen sollten also nicht den Fehler machen, sinkende Ransomware-Zahlen als Zeichen einer Entspannung zu lesen.

Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus. Check Point warnt im selben Bericht vor anhaltenden Risiken rund um GenAI-Nutzung in Unternehmen. Der Punkt ist sicherheitspolitisch wichtig. Wenn Mitarbeitende sensible Inhalte in viele unterschiedliche AI-Werkzeuge eingeben, entstehen zusätzliche Datenabfluss- und Governance-Risiken. Für Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen heißt das: die klassische Angriffsoberfläche wächst nicht nur durch ungepatchte Systeme oder schwache Zugangsdaten, sondern zunehmend auch durch unkontrollierte AI-Prozesse im Arbeitsalltag.

Was ist also zu tun

Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen lassen sich bei diesem Volumen nur abfedern, wenn Identitäten besser geschützt, Zugriffe segmentiert, Backups belastbar getestet und verdächtige Aktivitäten schneller erkannt werden. Dazu kommen saubere E-Mail-Sicherheit, gehärtete Remote-Zugänge und klare Regeln für den Umgang mit GenAI-Tools. Gerade mittelständische Unternehmen unterschätzen noch immer, wie stark sich alltägliche Prozesslücken mit professionell skalierten Angriffsketten verbinden lassen.

11% Plus im Februar 2026 bedeuten nicht nur mehr Alarmmeldungen in Security-Tools. Sie bedeuten höhere Eintrittswahrscheinlichkeit, mehr operative Belastung und wachsenden Entscheidungsdruck in den Unternehmen. Wer Cybersicherheit noch immer als reines IT-Thema behandelt, versteht diese Entwicklung nicht.

Category: News
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